Wie selbstverständlich ist es für Ihre Belegschaft sich gegenseitig Rückmeldung zu geben über eine geleistete Arbeit?
Wie klar wird ‚Gefallen‘ und ‚Nicht-Gefallen‘ geäußert?
Wie verinnerlicht sind respektvolle und wohlwollende Formulierungen?
Wie hoch ist die Bereitschaft, Feedback als Chance zu sehen?
Eine vernetzte, zielgerichtete Kommunikation ist der Schlüssel zu echter Weiterentwicklung von Organisationen. In einer Welt, die sich ständig verändert, brauchen Unternehmen eine Kultur, in der Menschen aufrichtig, wertschätzend und mutig miteinander sprechen.
Eine frische, lebendige Feedbackkultur hat zentrale Bedeutung! Wie sie gelingt, lesen Sie in diesem Essential.
1. Verbesserung der Zusammenarbeit
Eine ‚reife‘ Feedback-Kultur fördert offene Kommunikation und gegenseitiges Verständnis. Teammitglieder sprechen Herausforderungen frühzeitig an, Missverständnisse werden reduziert und Vertrauen gestärkt.
2. Höhere Motivation
Regelmäßiges, wertschätzendes Feedback zeigt Mitarbeitenden, dass ihre Arbeit gesehen und ernst genommen wird. Dies steigert das Selbstwertgefühl und fördert die intrinsische Motivation.
3. Schnelleres Lernen
Feedback liefert direkte Rückmeldung über das eigene Verhalten und die erzielten Ergebnisse. Dadurch lernen Mitarbeitende schneller aus ihren Erfahrungen, Fehler werden zügig korrigiert und Kompetenzen ausgebaut.
4. Stärkere Bindung ans Unternehmen
Mitarbeitende, die regelmäßig konstruktives Feedback erhalten, fühlen sich wertgeschätzt und ernst genommen. Das stärkt ihre emotionale Bindung zum Unternehmen.
1. Konstruktiv und lösungsorientiert
Nicht nur kritisieren, sondern auch Alternativen oder Verbesserungsvorschläge anbieten.
🗣 Statt: „Deine Präsentation war schlecht.“
✅ Besser: „Ich hatte Schwierigkeiten, deinen Hauptpunkt zu erkennen. Vielleicht könntest du ihn am Anfang klarer herausarbeiten?“
2. Konkret statt allgemein
Je präziser das Feedback, desto hilfreicher ist es.
🗣 Statt: „Du arbeitest unprofessionell.“
✅ Besser: „Im letzten Meeting hast du mehrmals ins Handy geschaut – das wirkte auf mich unkonzentriert.“
3. Zeitnah und regelmäßig
Feedback sollte nicht auf das Jahresgespräch warten. Besser sind kurze (auch nonverbale), kontinuierliche Rückmeldungen.
4. Ich-Botschaften nutzen
Eigene Wahrnehmungen schildern, nicht verallgemeinern oder bewerten.
🗣 Statt: „Du bist unzuverlässig.“
✅ Besser: „Mir ist aufgefallen, dass du die letzten zwei Deadlines verpasst hast. Das bringt unseren Zeitplan durcheinander.“
5. Positives Feedback geben
Für anerkennendes Feedback gelten die gleichen Regeln wie für korrigierendes Feedback: Konkret, zeitnah, durch Ich-Botschaft. Studien belegen, dass eine sachliche, aufgaben-bezogene Anerkennung um ein Vielfaches mehr motiviert und das Selbstvertrauen stärkt als das bloße Aufdecken von Fehlleistungen.
Mitarbeitende vermissen es nicht, ständig gelobt zu werden, aber sie vermissen ein faires, ausgewogenes Feedback.
🗣 Statt: „Du bist super.“
✅ Besser: „Mir gefällt gut, wie gelassen und freundlich du bleibst im größten Stress!“
6. Verhältnis beachten
Feedback ist eine zentrale Führungsaufgabe, wobei das korrigierende Feedback meistens überwiegt. Die Folge ist Unsicherheit über die tatsächlich erbrachte Leistung. Daher empfehlen wir, das Verhältnis von anerkennendem zu korrigierendem Feedback auf der Realität zu basieren.
Wie oft leisten die Mitarbeitenden gute und sehr gute Arbeit und wie oft schlechte und sehr schlechte Arbeit? Und ist das Feedback dem entsprechend?
🗣 Statt: „Nicht geschimpft, ist gelobt genug.“
✅ Besser: Mehr anerkennende Gesten wie Zunicken und Schulterklopfen oder ein „Danke für Deinen Einsatz.“
… entsteht nicht über Nacht, sondern durch konsequentes Vorleben, Üben und institutionelle Verankerung.